Werdegang
einer Glocke
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Das
Geheimnis
Der
Glockengießer errechnet nach Ton, Durchmesser und Gewicht die
"Rippe", das Profil der künftigen Glocke. Er zeichnet sie auf
ein Buchenbrett, das später als Schablone dienen wird. |
Der
Kern
Die
Schablone wird entlang der inneren Kontur ausgeschnitten. Sie wird an
einer Spindel drehbar befestigt und über dem Formstand in der
"Grube" angebracht. Der Schablone folgend, wird nun der erste
Teil der Glockenform, der "Kern" hohl mit Ziegeln aufgemauert.
Darauf wird mit Zusätzen vermengter Lehm von Hand aufgetragen.

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Durch
den Hohlraum kann die Kernform von innen heraus beheizt werden, um
auszutrocknen und gebrannt zu werden. Diese Arbeitsgänge werden mit immer
feinerem Lehm so lange wiederholt und mit der Schablone rundherum
abgestrichen, bis ein glatter, die Schablone genau ausfüllender Kern
entstanden ist. Er entspricht dem Inneren der Glocke, dem Hohlraum. Alle
Formarbeiten nehmen viel Zeit in Anspruch, da jede einzelne Lehmschicht
trocken sein muss, bevor die nächste aufgetragen werden kann.
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Die
Falsche Glocke
Die
Schablone wird entlang der äußeren Kontur ausgeschnitten und somit das
Maß für das Modell der Glocke, das "Falsche Glocke" genannt
wird.
Auch
sie entsteht durch fortgesetztes Auftragen der immer feiner werdenden
Lehmschichten bis die Schablone ausgefüllt ist.
Zuletzt erhält die Falsche Glocke mit der Schablone eine Trennschicht aus
Fett, auf die Verzierungen und Schriften aus Wachs aufgesetzt werden.
Die Falsche Glocke ist ein genaues Abbild der künftigen Glocke. |
| Der
Mantel Im
folgenden dritten und letzten Formabschnitt wird der "Mantel"
gefertigt.
Hierzu hat die Schablone aus-
gedient. Zunächst bringt man sehr
feinen Lehm auf die Falsche Glocke. Die darauf folgenden Schichten, die
zudem armiert werden, sind zunehmend gröber. Wieder wird die Form beheizt
und jeder Lehmauftrag getrocknet, bevor der nächste folgt, bis der Mantel
die erforderliche Stärke hat.

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Das Wachs der Glockenzier auf der Falschen
Glocke ist durch den Trockenvorgang weggeschmolzen. Beim Abheben des
Mantels zeigt seine Innenwand nun alle Schriften und Verzierungen im
Negativ.
Die Falsche Glocke hat nun ausgedient und wird vorn Kern entfernt. Der
Mantel wird wieder über den Kern gestülpt. Dazwischen ist der Hohlraum
entstanden, den vorher die Falsche Glocke eingenommen hat und der beim späteren
Guss mit Bronze gefüllt wird. Die Kronenform wird ausgehend von einem
Wachsmodell gesondert hergestellt und der Glockenform aufgesetzt. |
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Die
Gussvorbereitung
In die Gussgrube wird schichtweise Erde zwischen die
Glockenformen eingebracht und festgestampft, damit die Mantel-
formen den Druck der Schmelze beim Guss aushalten. Schließlich ragen nur
die "Windpfeifen" und das Eingussloch jeder Glocke in die ebene
Oberfläche der obersten Erdschicht. Auf ihr mauert man offene Rinnen, die
das flüssige Metall zu den Gusslöchern der einzelnen Formen leiten
werden.
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| Der
Glockenguss
Stunden vorher wird der Schmelzofen aufgeheizt und mit der Glockenspeise,
bestehend aus 78 % Kupfer und 22 % Zinn, beschickt. Bei etwa 1100 °C hat
die Bronzeschmelze die erforderliche Gusstemperatur.

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Der Zapfen, der den Schmelzofen verschließt, wird ausgestoßen. Durch die offenen Rinnen fließt
die Schmelze zu den Eingusslöchern der Glockenformen. Auf Anweisung des
Meisters wird das jeweilige Gussloch geöffnet, die Form füllt sich, Gase
und Luft entströmen den Windpfeifen. |
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Das Geläute
Die
Bronze erstarrt in den Formen. Tage später sind die Glocken ausreichend
abgekühlt und werden ausgegraben. Sie werden von ihrem Mantel und Kern
befreit, gereinigt und musikalisch geprüft. Mit den nötigen Armaturen
werden sie im Glockenstuhl montiert.
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Bis ins Jahr 1690
reicht die Gusstradition der Firma Petit & Gebr. Edelbrock.
Noch heute
fertigt die zwölfte Generation nach dem hier dargestellten traditionellen
Lehmformverfahren Glocken, getreu ihrem Motto:
SOLI DEO GLORIA |
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Die hier dargestellte Entstehung
einer Glocke ist auch als
Broschüre erhältlich. |