(gemäß den Empfehlungen der "Ratschläge zur Verbesserung der Schallabstrahlung
aus Glockentürmen", herausgegeben vom Beratungsausschuß für das deutsche
Glockenwesen)
Wesentliches Kriterium für die Verbesserung der Schallabstrahlung ist nach den
Empfehlungen die richtige Schallwirkung. Diese Wirkung des Glockenklangs ist dann richtig,
wenn die Glocken als lauttönende Musikinstrumente Rufer in die Ferne sind und wenn
gleichzeitig ihr Klang in der näheren Umgebung des Kirchturms nicht laut ist. Die
Klangabstrahlung muß also so reguliert werden, daß sowohl eine gute Fernwirkung wie auch
eine gedämpfte, angenehmere Nahwirkung erzielt wird. Letzteres ist besonders wichtig
wegen der dem Glockenklang eigenen höheren Tonfrequenzen sowie der natürlichen
Klöppelanschlaggeräusche. Insgesamt soll die Lautstärke die als angemessen ermittelten
Werte von durchschnittlichen 80-85 dB (A) nicht überschreiten.
Unsere Jalousien-Konstruktion, eine Kombination aus Schall-Läden (Fernwirkung) und
Schall-Blenden (Nahwirkung), erfüllt beide Forderungen. Sie besteht in der
Normalausführung zunächst aus einem stabilen Rahmen, der die Turmöffnung ausfüllt. In
die seitlichen Pfosten des Rahmens eingefräste Nuten, mit einem Neigungswinkel zwischen
10° und 25°, ermöglichen die schubladenartig herausnehmbare Aufnahme der einzelnen
Jalousie-Elemente.
Solch ein Element setzt sich zusammen aus zwei 30mm starken Teilen,
- dem ca. 150mm weit ausladenen Schall-Ladenbrett und
- dem ca. 150mm hohen Schall-Blendenbrett, welches zum Turminnern hin durch kochfeste
Verleimung und Messingschrauben senkrecht am Schall-Ladenbrett befestigt ist.
Zwischen den senkrechten Brettern verbleibt dann ein Schlitz für den Klangaustritt, so
daß sich je lfd. Meter Turmöffnungshöhe etwa sechs Elemente ergeben, die von innen
durch senkrechte Leisten gegen den Winddruck gesichert werden.
Bei sehr breiten Turmöffnungen wird der Rahmen durch zusätzliche Mittelholme in
mehrere Felder aufgeteilt, wodurch die Schallbretter entsprechend kürzer bleiben und sich
nicht mit der Zeit verbiegen können. Dieses an sich rein technische Erfordernis
verbessert gleichzeitig in idealer Weise die optische Wirkung der Jalousieanlage. Ergibt
die Aufteilung jeweils noch eine geringe Überbreite, dann setzen wir entsprechend dickere
Schall-Ladenbretter ein.
Alle Hölzer werden gehobelt und im doppelten Tauchverfahren imprägniert und somit
gegen Pilz- und Insektenbefall vorbeugend geschützt. Je nach Kundenwunsch ist auch ein
farbiger Anstrich mit der Holzschutzfarbe "Consolan" in den verschiedensten
Farbtönen möglich. Sämtliche Befestigungsteile sind aus nichtrostendem Material.
Eine auf diese Weise hergestellte Jalousieanlage erfüllt nicht nur den Hauptzweck
(gedämpfte Nahwirkung - ausreichende Fernwirkung), sondern verbessert auch die
Voraussetzungen für eine musikalisch ausgewogene Klangentfaltung in der Glockenstube als
Resonanzraum und bietet gleichzeitig Schutz gegen Vogeleinflug sowie dem Eindringen von
Schnee- und Regenböen in das Innere des Turmes.